20. Fachkongress für Holzenergie: Digitaler Kongresstag 2

Session 3: Holzgas

Erwacht der Holzgas-Markt aus seinem Dornröschenschlaf? Aus Österreich kommen hierfür sehr positive Signale. Zum einen soll es eine verbindliche Quote für die Einspeisung synthetischer Gase ins Gasnetz geben. Mit den bisher anvisierten Anforderungen für Holzgas, wäre diese KWK-Technik durchaus konkurrenzfähig. Zum anderen durch die neue Rolle von Holzgas bei der Produktion synthetischer Kraftstoffe in der Landwirtschaft. Ein Forschungsprojekt der Universität Wien denkt hier von Anfang an in Megawatt-Maßstäben.

Die Branche jedenfalls ist vorbereitet! Das zeigt das digitale Holzgas-Forum auf dem diesjährigen Holzenergiekongress. Schon länger realisieren Anlagenhersteller in Deutschland wie auch im Ausland Megawatt-Projekte in modularer Bauweise. Auf dem Holzgas-Forum präsentiert Spanner Re2 dazu ihr jüngstes Projekt in Japan. Zudem erschließt Spanner, das zu den weltweit führenden Holzgas-KWK-Anlagenherstellern gehört, zunehmend Altholz als neuen Brennstoff. Geschäftsführer Thomas Bleul stellt die bisherigen Erfahrungen und künftigen Perspektiven dazu vor.

Innovationen in der Anlagentechnik treiben die Branche auch sonst voran. Ganz konkret gibt Dr. Uwe Gaitzsch vom Fraunhofer IFAM einen Überblick über optimierte Werkstoffe für Biomassereaktoren. Wie man generell Verbesserungen auf einer Metaebene durchdenken und in der Praxis initiieren kann, zeigt Dr. Torsten Birth vom Fraunhofer IFF. Sein Ansatz: das physikalische Optimum als neue Bewertungs- und Optimierungsmethode.

Und da gibt es noch den Vergaserkoks. Wie können Holzgas-Betreiber diesen Reststoff stofflich und energetisch nutzen? Ein aktuelles Forschungsvorhaben entwickelt belastbare Konzepte. Dr. Anett Pollex vom federführenden DBFZ präsentiert die spannenden Zwischenergebnisse. Mit der Verwertung von Vergaserkoks gäbe es einen weiteren positiven Impuls für den Holzgas-Markt – und das auch über Österreich hinaus.

 

Session 4: Dezentrale Quartierskonzepte

Ohne Wärme geht es nicht. Und wenn sie effizient, erneuerbar und klimafreundlich erzeugt wird, ist es nicht nur in der warmen Stube ein Gewinn.
Gerade und zunehmend in urbanen und dicht besiedelten Räumen, aber auch im ländlichen Raum spielen Quartiersversorgungen eine wichtige Rolle. Komfortgewinne und kalkulierbare Wärmepreise sind nur zwei der Vorteile, die sich durch eine Wärmeversorgung im Quartiersverbund ergeben. Und Holz ist hierfür ein prädestinierter Energieträger.

Die Entwicklung der holzbasierten Quartierslösungen ist nicht nur durch vorausschauende Unternehmer gezeichnet. Auch die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2018/2001) gibt vor, dass sich der Wärme- und Fernwärmesektor im Hinblick auf erneuerbare Energien weiterentwickeln sollen. Hierbei kann Holz eine entscheidende Rolle spielen. Als speicherbarer und regionaler Energierohstoff kann Holz deutschlandweit zur Reduktion klimawirksamer Emissionen beitragen. Beispiele dafür gibt es viele.
Ob smarte Nahwärme im (Neubau-)Quartier, auf die Markus Euring von der ENERPIPE GmbH eingehen wird oder ganzheitliche Konzepte, die von Franz Bruckner von der UBP-consulting GmbH & Co. KG dargestellt werden. Grundsätzlich geht es immer um Klimaschutz. Das wird auch Dr. Georg Wagener-Lohse, Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. (FEE) in seinem Vortrag „Effektiver Klimaschutz über Wärmenetze mit Erneuerbarer Energie“ herausstellen und die möglichen Effekte darlegen.

Abschließend, alt bekannt, aber doch ein Konzept mit Zukunft: Bioenergiedörfer. Henryk Haufe vom Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ) stellt sich einer technologischen Analyse und Evaluation unter dem Aspekt der Sektorkopplung. Welche zukünftige Rolle kann Bioenergie in Bioenergiedörfern einnehmen?

Somit wird klar, Holzenergie mag zwar schon in grauer Vorzeit genutzt worden sein. Aber sie wird zukünftig in unserer urbanen Gesellschaft eine unerlässliche Energiequelle sein; auch und besonders in effizienten Quartiersanwendungen.